Bis Ende 2006 war die Plattform Xing noch unter den Namen OpenBC bekannt, doch um sich auch am internationalen Markt behaupten zu können, entschieden sich die Gründer aus OpenBC kurzerhand Xing zu machen. Denn im Chinesischen bedeutet Xing nichts anderes als „es funktioniert“ und im Englischen kann man den Namen als eine Abbrivation für „Crossing“ verstehen. In einer Stellungnahme auf der Plattform selbst, wendete sich Lars Hinrichs damals an die Nutzer und erklärte ihnen den Namenswechsel. „Wir bauen auf einen Namen, der im internationalen Wettbewerb funktioniert und bestehen kann. Im Chinesischen hat er eine tolle Bedeutung ("can do", "es ist möglich"), für uns Europäer ist er einfach, kurz und prägnant und auch im Englischen liegt die Bedeutung auf der Hand.“ Doch die User waren zunächst unsicher und skeptisch, ist der Namenswechsel tatsächlich nötig? Und wie spricht man denn jetzt den Namen aus? In einem Interview mit dem Manager Magazin versuchte der CEO die Gemüter wieder zu beruhigen. „Außerdem muss der Name nicht zwangsläufig "Ksing" ausgesprochen werden. Jeder Sprachen- und Kulturkreis wird das anders machen. Die Chinesen werden "Sching" sagen. Ich saß gerade mit einem Spanier zusammen, der sagte "Zing". Wie die Engländer, die wahlweise auch "Sing" sagen. Manche Amerikaner werden auch Crossing sagen, da Xing auf amerikanischen und australischen Straßenschildern auf eine Kreuzung (Crossing) hinweist. Wir wollen die Aussprache nicht vorgeben“ so Lars Hinrichs. Es ist also jedem selbst überlassen, wie er das soziale Netzwerk aussprechen möchte.
Mittlerweile ist der Wirbel um den Namenswechsel auch schon lange vergessen und immer mehr User erfreuen sich an den Vorteilen dieser Plattform. Über 7 Millionen Benutzer kann das Netzwerk nun schon verzeichnen, davon sogar 550.000 Premium-Mitglieder, d.h. zahlende Kunden.
Doch wodurch unterscheidet sich Xing von anderen sozialen Netzwerken?
Gibt es überhaupt Unterschiede, oder ist dieses Netzwerk einfach eines von vielen? Xing ist ein soziales Netzwerk, das sich vor allem auf den Aufbau von beruflichen Kontakten spezialisiert hat. Natürlich können neben beruflichen, auch private Daten angegeben werden und auch private Kontakte sind selbstverständlich erlaubt. Anders als bei Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ liegt der Schwerpunkt aber klar auf der beruflichen Ebene. Mitglieder tragen so ihren beruflichen Werdegang ein, der dann für alle Nutzer sichtbar ist. Jedoch handelt es sich hierbei um freiwillige Angaben, möchte man seine beruflichen Laufbahn nicht angeben, so lässt man einfach die entsprechenden Felder frei. Neben seinen eigenen Profildaten sind vor allem die Kontakte zu anderen Xing-Mitgliedern wichtig. Durch die Kontaktverknüpfungen hat man, zum einen, einen guten Überblick über bestehende Kontakte und kann diese dementsprechend pflegen, zum anderen sind neue Kontakte und dadurch neue Synergien möglich. Die Business-Plattform wird sowohl kostenpflichtig, als auch kostenlos angeboten. Den sogenannten Premium-Mitgliedern, also zahlenden Xinglern, stehen mehr Funktionalitäten zur Verfügung.
Xing steht für internationale Kontakte
Die Namensänderung von OpenBC zu Xing diente vor allem der Aufstellung auf dem internationalen Markt, daher verwundert es nicht, dass die Benutzerschnittstelle mehrsprachig ist. Inzwischen werden eine Vielzahl von Sprachen unterstützt, darunter neben Englisch und Deutsch auch Spanisch, Chinesisch, Koreanisch, Russisch, Ungarisch und Finnisch. Diese internationalen Kontakte kann man durch persönliche Treffen noch intensivieren.
Xing und der Datenschutz
Wie bei allen sozialen Netzwerken, so sehen Datenschützer auch bei Xing Risiken in puncto Datenschutz. Vor allem die Funktionen „Mitglieder, die meine Kontaktseite kürzlich aufgerufen haben“ und „Neues aus meinem Netzwerk“ sind immer wieder in den Brennpunkt der Kritik geraten. Durch die Funktion „Neues aus meinem Netzwerk“ kann man die Änderungen an den Profilen anderer User nachvollziehen. So erfährt man, dass Herr Mustermann nun einen neuen Job sucht oder dass Frau Muster jetzt Herrn Mann als neuen Kontakt hinzugefügt hat. Diese Funktion wird als eine Art „Bewegungsmelder“ von Datenschützern postuliert. Durch die Änderungen, die für jedermann einsehbar sind, sei das Persönlichkeitsrecht eingeschränkt. Die Kritiken an sozialen Netzwerken wird es, gleich um welche Art Netzwerk es sich handelt, immer geben. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob er sich bei einem Netzwerk anmeldet oder nicht. Und wenn er sich anmeldet, welche Daten er preisgeben möchte.
Wenn man sich für eine Anmeldung bei Xing entscheidet, sollte man bedenken, dass vor allem berufliche Absichten hinter diesem Netzwerk stecken. Private Anbändeleien sind hier nicht gerne gesehen. Denn hier stehen Business Kontakte und neue Synergien im Mittelpunkt des Interesses. Vor allem Selbständige und Freiberufler sollten das soziale Netzwerk nutzen, um neue Kontakte und Aufträge zu erhalten. Denn Xing „funktioniert“.
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