Interview mit Michael Strachowitz

Michael SchtrachowitzWie bist Du mit Direktvertrieb/Network-Marketing in Berührung gekommen?
Im September 1977 wurde ich von einem Freund zu einer Geschäftspräsentation im privaten Rahmen eingeladen. Die Idee war begeisternd und so schrieben meine Frau und ich uns beim größten Unternehmen der Branche ein.

Was habst Du vor Deinen heutigen Aktivitäten getan?
- Jura-Studium Universität Augsburg
- Assistent der Geschäftsleitung in mittelständischem Handelsunternehmen (Textilversandhaus)
- Selbständig mit einer eigenen Werbeagentur
- Aufbau einer MLM-Organisation für amerikanischen Konzern

Wie hat sich Dein beruflicher Werdegang innerhalb der Direktvertrieb-/Network-Marketing-Branche entwickelt?
In 5 Jahren, zwischen 1977 und 1982 bauten meine Frau Gabriele und ich eine europaweite Vertriebsorganisation mit über 20.000 neben- und hauptberuflichen Vertriebspartnern auf. Damit erreichten wir die oberste Hierarchie-Stufe im Vertriebssystem dieses Unternehmens, genannt „Kronen-Botschafter“. Damit gehörten wir zu der kleinen Gruppe von nur drei Vertriebspartnern, die diese Stufe zu diesem Zeitpunkt in Deutschland erreicht haben. Bis zum heutigen Tage wurde diese Leistung in unserem Land nur noch von vier weiteren Führungskräften erbracht. Seit Ende der 80er Jahre genießen wir die Ernte aus dem Organisationsaufbau und ich arbeite seitdem als Unternehmensberater, Fachtrainer, Referent und Coach mit den Schwerpunkten Direktvertrieb, Network-Marketing und Strukturvertrieb.

Was war bisher Dein absoluter persönlicher Höhepunkt?
Es gab eine ganze Reihe von wunderbaren Ereignissen, so dass es schwierig ist, das absolute Highlight zu nennen. Ein Höhepunkt war es für mich jedenfalls immer, wenn Seminarteilnehmer oder Coaching-Kunden mir berichteten, dass die Strategie und die Arbeitsweisen, die ich den Betreffenden vermittelt habe auch bei diesen Personen zum Erfolg führte.

Woran hast Du Deiner Meinung nach dem Erfolg zu danken?
Das mögen andere beurteilen. Ich bin einfach nur dankbar dafür, dass sich alles so wunderbar entwickelt hat.

Wie sieht Deine durchschnittliche Arbeitswoche aus?
Die typische Arbeitswoche gibt es bei mir nicht. Der Ablauf richtet sich nach den Terminwünschen meiner Auftraggeber. Ganz allgemein lässt sich aber sagen, dass ich meist von Freitag bis Sonntag oder Montag auf Seminarreise bin. Die meisten Networker üben ihr Geschäft nebenberuflich aus, mit der Folge, dass die Schulungen und Veranstaltungen, für die ich gebucht werde, an Samstagen und Sonntagen stattfinden.

Führungskräfte-Coachings und Seminare mit Profis führe ich dagegen auch oft unter der Woche durch. Am Montag halte ich es wie Friseure in Deutschland – da ist der Laden geschlossen, d.h. da mache ich mein Wochenende. An den anderen Tagen der Woche gilt es dann, die kommenden Seminare vorzubereiten, Reisen zu planen, sich um die Produktion von CDs zu kümmern, Beratungsprojekte zu bearbeiten, Kundengespräche zu führen und, wenn dann noch Zeit bleibt, an Publikationen und an neuen Buchprojekten zu arbeiten.

Was sind Deiner Meinung nach die größten Missverständnisse in Bezug auf Direktvertrieb/Network-Marketing?
Das Image unserer Branche ist von zwei Seiten belastet:

Direktvertrieb wird gern mit Hard-Selling verwechselt. Die Verkäufer in Direktvertriebs-Organisation werden oft als Mitglieder von unseriösen Drückerkolonnen verunglimpft, die nicht das Wohl des Kunden sondern nur ihren eigenen Geldbeutel im Sinn haben. Network-Marketing wird hingegen gerne mit so genannten illegalen Schneeballsystemen oder Kettenbriefen in einen Topf geworfen und sieht sich immer wieder dem Verdacht ausgesetzt, etwas Illegales zu sein.

Beides ist natürlich Unsinn. Aber es erstaunt schon, wie hartnäckig sich bestimmte Vorurteile halten. Natürlich gibt es auch in unserer Branche, wie überall, schwarze Schafe. Es käme aber niemand auf den Gedanken, zum Beispiel alle Autohändler für Gesetzesbrecher zu halten, nur weil es hier und dort schon mal einen unseriösen Gebrauchtwagenhändler gibt.

Was sind Deine Spezialitäten?
Schwerpunkt meiner Arbeit sind Schulungen und Seminarreihen zu den Themen "Rekrutieren neuer Vertriebspartner", "Organisationsaufbau" und "Verbesserung der persönlichen Einstellung". Ich biete eine komplette Grundausbildung über den Aufbau eines erfolgreichen Network-Marketing-Geschäftes an. Es ist eine sechsteilige Seminarreihe mit dem Titel " Die Basics im Network-Marketing ". So lautet übrigens auch der Titel meines letzten Buches.

Was ist der Unterschied zwischen Dir und Deinen Kollegen (Konkurrenten)?
Ich denke alle Kollegen machen einen wunderbaren Job und wir haben alle ein gemeinsames Ziel: Den Menschen in dieser Branche zu helfen, erfolgreich zu werden und die Akzeptanz von Direktvertrieb und Network-Marketing in der Öffentlichkeit weiter zu verbessern. Jeder von uns hat seinen eigenen Stil und eine unverwechselbare Persönlichkeit. Jeder Kollege hat seinen Schwerpunkt, seine besonderen Talente und damit auch seine Zielgruppe. Auch im Bereich der Trainer und Berater profitiert die Branche also von der gebotenen Vielfalt. Ich halte es daher für nicht besonders sinnvoll, an dieser Stelle Unterschiede aufzubauen, konzentrieren wir uns lieber auf die Gemeinsamkeiten.

Was stört Dich am meisten an der Direktvertrieb-/Network-Marketing-Branche?
Gier und Größenwahn. Im verständlichen Streben nach noch mehr Erfolg, noch mehr Geld und der nächst höheren Auszeichnung werden Interessenten leider immer wieder unzureichend über das Geschäft informiert. Die möglichen Erfolge werden übergroß dargestellt, die Mühe, der Aufwand und die Rückschläge auf dem Weg dorthin werden dagegen oft unterschlagen oder klein geredet. Damit ist die Enttäuschung bei den Neueinsteigern vorprogrammiert. Wir dürfen uns dann nicht wundern, wenn sehr viele bald wieder aus dem Geschäft aussteigen und anschließend nicht besonders begeistert darüber sprechen.

Leider kommen auch einige Führungskräfte mit ihrem Erfolg innerlich nicht zurecht. Sie verlieren den Bezug zur wirklichen Welt, vergessen wo sie her gekommen sind, werden hochmütig und isolieren sich dadurch selbst. Sie haben dann zwar viel Geld, wirken aber dennoch nicht besonders glücklich.

Was sind Deiner Meinung nach die größten Fallstricke des Direktvertriebs/Network-Marketing?
Jeder, der Network-Marketing oder Direktvertrieb eines Tages hauptberuflich betreiben möchte, sollte sich das Unternehmen, mit dem er eine Partnerschaft eingehen möchte, sehr genau ansehen. Gerne werden nämlich die enormen Abhängigkeiten übersehen, in die sich ein Vertriebspartner begibt. Gibt es Schwierigkeiten beim Unternehmen, dann wirken diese sich unweigerlich auch auf das Geschäft des Direktvertrieblers oder des Networkers aus. Auch der Geschäftspartner wird in seiner Umgebung moralisch in die Haftung für die Fehler des Unternehmens genommen – auch wenn er darauf gar keinen Einfluss hat.

Eine andere Falle lauert auf diejenigen, die sich zu früh dafür entscheiden, das Geschäft hauptberuflich zu betreiben. Meist gibt es in so einem Fall gar nicht genug zu tun, um den Tag mit Arbeit zu füllen. Sehr schnell gehen dann Disziplin und Arbeitseinstellung verloren. Gerne wird auch übersehen, dass durch den Schritt in den Hauptberuf viele soziale Kontakte abgeschnitten werden, Kontakte die man dringend für den Aufbau des Geschäftes benötigen würde.

Gefährlich ist auch die Neigung vieler Vertriebspartner, mehr scheinen als sein zu wollen. Um andere zu beeindrucken, werden zu große Autos gefahren und ein Lebensstil gepflegt, der dem mageren Einkommen gerade in der Anfangszeit nicht entspricht. Dadurch entsteht finanzieller Druck, der schnell die Bewegungsfreiheit des Vertriebspartners begrenzen kann.

Was solltest Du noch lernen oder an sich selbst verbessern können?
Da liegen mir zwei Projekte am Herzen:

Ich werde mich noch intensiver mit den Möglichkeiten des Online-Marketings und des E-Learnings beschäftigen. Das Internet spielt eine immer größere Rolle in unser aller Leben. Das wird sich auch auf meinen Beruf auswirken.
In er einer zweiten Sache bin ich bereits auf dem Weg. Mein Ziel ist es, die Tastatur meines Notebooks zukünftig nicht mehr nur mit 6, sondern mit allen 10 Fingern zu bedienen.

Welche Theorien, unterstützenden Instrumente, Visionen, Bücher, Audiomittel usw. hast Du entwickelt?
Mit Theorie kann ich leider nicht dienen. Alles was ich meinen Teilnehmern auf den Seminaren zeige und erkläre, habe ich selbst in der Praxis ausprobiert. Ich spreche nur über die Dinge, von denen ich selbst weiß dass sie funktionieren. Derzeit gibt es von mir zwei Bücher:

1. Das alltägliche Gift
Es handelt von all den kleinen und großen Hindernissen, die uns auf unserem Weg nach oben begegnen und davon, wie wir sie überwinden.

2. Die Basics im Network-Marketing
Wie bereits erwähnt, ist dies ein Handbuch, in dem der Aufbau eines erfolgreichen Network-Marketing-Geschäftes von A bis Z in allen Einzelheiten beschrieben wird.

Darüber hinaus sind etwa ein Dutzend Audio-CDs verfügbar. Genauere Informationen über das Gesamtprogramm finden Interessenten auf meiner Internet-Seite www.strachowitz.de.
Dort kann man auch meinen brandneuen Praxis-Report gratis abrufen: „Den Umsatz in der Downline verdreifachen“.

Wer ist Dein großes Vorbild?
Die Gefahr eines Vorbilds besteht darin, dass man unter Umständen anstrebt, eine Kopie des Vorbilds zu werden. Ich glaube aber, dass jeder Mensch ein Original ist und herausfinden muss, welche besonderen Talente und Fähigkeiten in ihm stecken und welche Aufgaben er damit in seinem Leben lösen sollte. Wer sich an anderen orientiert, vergleicht sich auch gerne mit anderen. Und das ist ein ziemlich guter Weg, um unglücklich zu werden.

Wie siehst Du die Zukunft der Direktvertrieb-/Network-Marketing-Branche?
In dieser Frage bin ich recht guter Dinge:

Wir befinden uns in Zeiten des strukturellen Wandels. Die Globalisierung veränderte die Wirtschaft und die Gesellschaft. Immer mehr Menschen suchen nach einer beruflichen Alternative, nach einem zwingend notwendig gewordenen Nebenjob oder streben nach beruflicher Selbständigkeit. Direktvertrieb und Network-Marketing bietet all diesen die Möglichkeit, sich zum Taschengeld-Tarif eine eigene, unabhängige und selbstständige unternehmerische Existenz aufzubauen. Die besten Zeiten für Network-Marketing und Direktvertrieb fangen gerade erst an!

Wenn Du Network-Marketers/Direktvertreibern Tipps geben dürftest, welche wären dies?
1. Sprechen sie auf der Suche nach dem richtigen Partnerunternehmen nicht nur mit der Person, die sie anwerben möchte oder mit Vertretern des Unternehmens. Reden Sie auch mit Leuten, die nicht mehr dabei sind und fragen Sie nach den Gründen, warum sie aufgehört haben.

2. Wenn Sie in einer Beziehung leben oder verheiratet sind, beziehen sie ihren Partner ein. Direktvertrieb und Network-Marketing greifen stark in das Privatleben und in die Freizeit ein. Wenn da der Partner nicht mitzieht, gibt es keine Chance auf Erfolg.

3. Erstellen Sie sich einen Arbeitsplan und dann arbeiten sie stur nach diesem Plan. Wenn Sie jeden Tag neu entscheiden müssen, ob sie heute etwas tun und wenn ja, was sie tun, besteht die große Gefahr dass sie gar nichts tun. Beharrlichkeit und Disziplin sind der Schlüssel zum Erfolg.

Was ist Deine kurzfristige und langfristige Zielsetzung?
Ziele sind wichtig, denn sie geben uns Orientierung im hektischen Alltag und sie verleihen uns den nötigen Antrieb. Sie öffentlich zu nennen, halte ich aber für problematisch. Nicht alle Mitmenschen werden uns gedanklich bei unseren Zielen unterstützen. Manche werden uns belächeln, der nächste mag uns beneiden und wieder ein anderer wird uns gar gedanklich bekämpfen. Deshalb bitte ich um Verständnis, dass ich an dieser Stelle nicht konkret werde.

Nur so viel: Ich will so vielen Menschen wie möglich dabei helfen, ein florierendes Geschäft aufzubauen und ein erfolgreiches Leben zu führen. Und das möchte ich so lange tun, wie die Leute mir zuhören und von mir lesen möchten.

Gibt es noch etwas, das Du über Dein Produkt/Unternehmen oder Deine Dienstleistungen erwähnen möchten? Warum?
Ich lade alle Leser ganz herzlich zu einem Besuch unserer Web-Seite ein. Dort finden Sie alle Informationen über meiner Arbeit und die angebotenen Medien. Vielleicht begegnen wir uns ja eines Tages einmal persönlich auf einer der vielen Direktvertriebs- und Network-Marketing-Veranstaltungen in Europa.

Persönliche Daten 
Michael Strachowitz
Rondellweg 12
D-97944 Boxberg (Baden-Württemberg)
Geboren 1951
Verheiratet, eine Tochter (15 Jahre alt)
 



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