Mark Zuckerbergs einfache, doch geniale Idee

Im Februar 2004 entwickelte Mark Zuckerberg mit seinen Kommilitonen Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Hughes das soziale Netzwerk „The facebook“, das erst später zu dem heute bekannten Facebook umbenannt wurde.

facebook

Dabei sollte es ursprünglich ausschließlich für die Studenten der Harvard University zur Verfügung stehen. Bereits in den ersten 24 Stunden registrierten sich 1200 Harvard Studenten und nutzten Zuckerbergs Netzwerk.

Das Netzwerk erfreute ich in kürzester Zeit einer großen Beliebtheit. So wundert es nicht, dass bereits kurz darauf, zunächst in Boston, und schließlich in der gesamten USA die Dienste von Facebook angeboten wurden. Bereits im September 2005, also nur 1,5 Jahre nach Initiierung, nutzten britische Studenten Facebook. Und ein weiteres Jahr später konnte sich schließlich jeder registrieren, der eine gültige E-Mail Adresse besaß. Zuckerberg verzichtet dabei bis heute auf einen Mitgliedsbeitrag und finanziert sein Netzwerk durch Werbeverträge. Seitdem wächst die Facebook-Gemeinde stetig und immer weitere features werden den Nutzern zur Verfügung gestellt. So kann man nicht nur sein Profil pflegen und Nachrichten an seine Freunde schicken, sondern Spiele wie Farmville oder Scrabble sind schon seit langem beliebte Klassiker. Mark Zuckerberg entschloss sich, sein Studium an den Nagel zu hängen und sich ganz Facebook zu widmen. Wie sich herausstellte eine gute Entscheidung, denn heute ist der 26jährige bereits Millionär.

Und schon nach 5 Jahren ist Facebook das größte soziale Netzwerk im Internet weltweit. Laut eigenen Angaben haben sich dort mittlerweile 350 Millionen Mitglieder registriert. Es verwundert daher nicht, dass große Software-Module sich um Anteile an Facebook bemühten. Bereits 2006 zeigte Yahoo! reges Interesse an dem sozialen Netzwerk und bot Zuckerberg eine Milliarde Dollar an, wenn er Facebook verkaufen würde. Doch der Studienabbrecher lehnte ab. Und  ein Jahr später, 2007, erwarb Microsoft dann für 240 Millionen US-Dollar eine 1,6 % Beteiligung an Zuckerbergs sozialem Netzwerk. Mit diesem Angebot konnte Microsoft einen anderen großen Anbieter und Konkurrenten überbieten, Google. Facebook wird seitdem mit etwa 15 Milliarden US-Dollar bewertet. Noch erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Facebook fünf Jahre zuvor in einem Wohnheim auf dem Campus der Harvard University entwickelt wurde.

Mittlerweile gibt es so viele Funktionen und Applikationen, dass manche Anwender schier überfordert sind. Doch mit Facebook lite, das bisher nur in den USA und Indien genutzt werden kann, ist nun eine sehr übersichtlichere Variante des sozialen Netzwerks auf dem Markt. Zuckerberg  zeigt damit, dass er auf die Wünsche seiner User eingeht, denn die Lite Version ist deutlich schneller und für jedermann leicht verständlich. Und auch optisch hat sich einiges geändert, viele Teile der ursprünglichen Navigations- und Infoleiste sind verschwunden. Das Postfach hat sich ebenfalls verabschiedet, statt dessen gibt es eine Schaltfläche „Write“. Die Facebook Lite Version ist damit vor allem für unerfahrene Anwender gestaltet worden.

Und selbst vor Hollywood macht Mark Zuckerberg kein Halt! Im Juni letzten Jahres zeigte sogar Regisseur David Fincher großes Interesse an Zuckerbergs Erfolgsgeschichte. Und nach kurzen Verhandlungen bekam der Regisseur für sein neues Filmprojekt grünes Licht. Der Film wird unter dem Titel „The Social Network“ schon im Oktober 2010 in amerikanischen Kinos zu sehen sein. Bekannte Hollywoodgrößen wie Kevin Spacey, allerdings als Produzent und nicht als Schauspieler, sind mit von der Partie. Der Film soll dabei größtenteils auf Ben Mezrichs Buch „The Accidental Billionaires: The Founding of Facebook, a Tale of Sex, Money, Genius und Betrayel“ basieren. In den Hauptrollen werden Jesse Eisenberg, als Mark Zuckerberg und Justin Timberlake, als Sean Parker zu sehen sein. (Sean Parker, der Napster-Mitbegründer, wurde der erste Präsident von Facebook.) Neben der Gründung des weltweit erfolgreichsten sozialen Netzwerks soll vor allem auch die Freundschaft zwischen Mark Zuckerberg und Mitbergünder Eduardo Saverin gezeigt werden, die mit dem Aufstieg von Facebook zerbricht.

Doch neben all dem Ruhm gibt es auch Schattenseiten. So verklagen Datenschützer Facebook nun. Zuckerberg hat zwar neue Richtlinien aufgestellt, was die Einstellung der Daten angeht. Doch amerikanische Datenschützer sehen diese Änderungen als äußerst kritisch an.  Durch die Veränderungen seien nun private Nutzerinformationen öffentlich zugänglich. Am 9. Dezember 2009 änderte Facebook seine Bestimmungen zum Datenschutz und forderte die Nutzer auf, ihre Einstellungen bezüglich Fotos oder Kommentaren dementsprechend anzupassen. Die Verbraucherschützer beklagen, dass nun Daten auch für Dritte zugänglich seien, wie beispielsweise für Firmen, die auf dem Netzwerk Spiele anbieten. In der Klageschrift heißt es, dass die Änderungen die Erwartungen und Rechte der Nutzer nicht achten. Ferner würde auch die Privatsphäre missachtet werden.

Die Kritik an Facebook und auch an anderen sozialen Netzwerken wird immer größer. Jetzt gibt es sogar einen neuen Web-Dienst, der den Ausstieg aus diesen Diensten erleichtern soll. Web 2.0 Suicide Machine heißt dieser Dienst. Doch Facebook blockiert diesen bereits. Und mal Hand auf's Herz: Wer kann sich denn noch ein Leben ohne Facebook vorstellen? Den Freunden kurz seine intimsten Gedanken: „Mich juckt's am Knie“ mitzuteilen ist für die meisten doch inzwischen unentbehrlich.



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